Investieren Sie in einen stark expandierenden WirtschaftssektorDie Rohstoffressourcen unserer Erde sind endlich. Geschlossene Umweltfonds investieren in verschiedene Träger erneuerbarer Energien. Diese alternativen Energien aus der Umwelt stellen auf nationaler und internationaler Ebene einen stark expandierenden Wirtschaftsfaktor dar. Anleger können über Windkraftfonds, Solarenergiefonds und Biomassefonds an diesem Trend partizipieren. Investoren, die persönliche Rendite mit ökologischem Engagement in die Umwelt verbinden möchten, können zudem von Festpreisbindungen und Abnahmegarantien durch das Erneuerbare Energien Gesetz profitieren. |
Basiswissen zu Umweltfonds
Die Endlichkeit natürlicher Rohstoffe wie Öl und Gas, die Umweltbelastung durch fossile Brennstoffe sowie politische Initiativen, die CO2-Emissionen zu senken, machen alternative Energien zu einem stark expandierenden Wirtschaftsfaktor. Der Primärenergieeinsatz zur Erzeugung von Strom und Wärme nimmt in der Bundesrepublik Deutschland einen erheblichen Anteil von ca. einem Drittel aller CO2 Emissionen ein.
Die politische Voraussetzung zur Sicherung der mittel- bis langfristigen Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien liefert das Erneuerbare Energiegesetz (EEG), in dem eine Mindestvergütung für die Abnahme von Ökostrom von bis zu 20 Jahren je Anlage garantiert ist. Politisches Ziel ist, den Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf mindestens 25 bis 30 Prozent zu steigern. Auch auf europäischer Ebene werden erneuerbare Energien stärker gefördert: Bis zum Jahr 2020 soll sich ihr Anteil in der Europäischen Union von 13 auf 21 Prozent erhöhen.
Die wichtigsten regenerativen Energieträger sind Biomasse, Geothermie, Wasserkraft, Solar- und Windenergie. Sie nehmen bereits heute mit gut 10 Prozent einen festen Platz in der Energiewirtschaft ein. So steigt der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch kontinuierlich. Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch liegt der Anteil erneuerbarer Energien insgesamt aktuell bei 6,5% und soll bis 2020 auf 14 Prozent gesteigert werden.
Das Zugpferd Windenergie trug in 2007 mit 6,2% zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei. Aber auch bei den Solaranlagen war in den vergangenen Jahren eine besonders dynamische Entwicklung zu verzeichnen, mit der Deutschland im Jahr 2007 zum Solarweltmeister avancierte. Einen starken Anstieg um rund 30 Prozent konnten auch die Stromerzeugung aus fester Biomasse und Biogas sowie der Absatz von Biokraftstoffen verzeichnen. Mit dem Beitrag der erneuerbaren Energien zum Umweltschutz wurden über 100 Millionen Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid vermieden.
Weitere Fonds
Umweltfonds investieren in verschiedene Träger erneuerbarer Energien. Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen Windkraftfonds, Solarfonds, Biomassefonds und Geothermiefonds, bei denen Anleger in Einzel-, Mehrobjekt- und Dachfonds investieren können. Die mittel- bis langfristigen Anlagen eignen sich für Investoren, die persönliche Rendite mit ökologischem Engagement verbinden möchten. Die Ausschüttungen variieren je Branche. Sie betragen durchschnittlich rund fünf bis zehn Prozent p. a. Es bestehen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb.
Deutschlands Windindustrie konnte im Jahr 2007 ihre Position am Weltmarkt festigen. So lag gemäß VDMA der Anteil der deutschen Windenergieanlagen-Hersteller und Zulieferer an den weltweit produzierten Anlagen und Komponenten mit 5,1 Milliarden Euro bei über 80% Prozent. Waren es anfänglich vor allem Windkraftanlagen auf dem Land, so gewinnen zunehmend Offshore-Anlagen an Bedeutung.
Windkraftfonds
Windkraftfonds bündeln das Geld vieler Anleger in einem Windpark. Sie eignen sich für risikobewusste, langfristig orientierte Anleger, die nicht auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen sind. Die Hälfte bis drei Viertel des gesamten Kapitalbedarfs werden durch Bankdarlehen und Fördermittel des Bundeswirtschaftsministeriums gedeckt. Planungssicherheit bei der Finanzierung liefert das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das den Investoren Mindestpreise bei der Abnahme von Strom aus erneuerbaren Energien garantiert, auch wenn die Vergütung für Neuanlagen jährlich um zwei Prozent sinkt. Nach der Novellierung des EEG Ende 2003 werden Windkraftanlagen vor der Küste (Offshore-Anlagen) stärker gefördert als Anlagen im Binnenland.
Die Vertragslaufzeit von Windkraftfonds liegt zwischen zehn und zwanzig Jahren, was dem maximalen Zeitraum der Stromabnahmen zu fixierten Preisen entspricht. Es gibt allerdings kaum einen geregelten Zweitmarkt. Die aktuelle Beurteilung der Anteilswerte erweist sich problematisch, da sich die Rendite zum Teil aus nicht übertragbaren Steuervorteilen zusammensetzte.
Die Sonne ist ein schier unerschöpfliches Kraftwerk. Sie liefert mit hoher Zuverlässigkeit kostenlos mehr Energie, als wir je verbrauchen können. Die Sonneneinstrahlung kann sowohl in Wärme (Solarthermie) als auch in Strom (Photovoltaik) umgewandelt werden. Auch bei bedecktem Himmel kann durch den Einsatz effizienter Solartechnik Sonneneinstrahlung zur Energiegewinnung genutzt werden. Die Zeichen stehen gut für den Wachstumsmarkt solare Energie. So lang die Wachstumsrate des weltweiten Marktes im Jahr 2007 bei über 50 Prozent p.a. Als wichtigster Marktöffner erwies sich auch für die Solarenergie das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das den Betreibern von Photovoltaikanlagen die Einspeisung und kostengerechte Vergütung von Solarstrom ermöglicht.
Der Anteil der Solarfonds am Gesamtmarkt Neue Energien steigt kontinuierlich an und mit weiterem Wachstum ist zu rechnen. Zwar sinkt die gesetzliche Vergütung für neue Solarstromanlagen jährlich um fünf Prozent, jedoch konnte die Industrie durch Innovation und Massenproduktion die Erzeugungskosten für Solarenergie entsprechend senken: Laut Angaben des Bundesverbandes Solarindustrie (BSI) ist Solarstrom heute 80 Prozent billiger als beispielsweise 1990. Durch steigende Heizkosten und sinkende Preise für Solartechnik sei Solarwärme damit wettbewerbsfähig. Der Markt für Solarstromanlagen hat im Jahr 2006 einen Sprung um 60 Prozent gemacht. Generell wächst die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland mit sehr starken Wachstumsraten.
Anleger sollten vor einer Investition klären, ob sich die geplante Anlage in der Planung oder im Bau befindet oder ob diese bereits fertig gestellt wurde. Neben einer Fertigstellungsgarantie sollte ebenso darauf geachtet werden, ob bereits ein Abkommen mit der Stromindustrie über die Abnahme der erzeugten Strommenge geschlossen wurde. Positiv im Vergleich z. B. zu Windkraftanlagen wirkt sich die geringe Störanfälligkeit (Wartungsintensivität) von Solaranlagen aus. So müssen kaum Gelder für Instandhaltungsmaßnahmen zurückgestellt werden. Als Faustregel gilt ebenfalls eine höhrere Einspeisevergütung, je eher der jeweilige Solarfonds ans Netz geht.
Es werden zunehmend Solarparks in Spanien und anderen sonnenstarken Ländern gebaut, die interessierten Kunden als Alternative zu Deutschen Solarfonds angeboten werden. Hier sollten gewisse Landerspezifikationen wie Einspeisevergütungen und politische Stabilität der einzelnen Ländern ebenfalls betrachtet werden.
Solarfonds sind grundsätzlich eine langfristige Geldanlage. Die Einnahmeseiten ist sehr langfristig gesichert und die jeweilige Finanzierung des Fremdkapitals ist ebenfalls langfristig. Die durchschnittlichen Renditen liegen zwischen bei 7% bis 12% p.a. vor Steuern.
Einer der vielseitigsten erneuerbaren Energieträger mit erheblichem Wachstumspotenzial ist Biomasse. Bioenergie hat den Vorteil, dass sie in der Biomasse gebunden jederzeit verfügbar vorliegt. Sie kann als fester, flüssiger oder gasförmiger Energieträger zur Bereitstellung von Wärme, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff eingesetzt werden.
Bei einer nachhaltigen Erschließung vorhandener Biomassepotenziale in Deutschland können jedoch bald bis zu 17 Prozent des heutigen Bedarfs an Wärme und Strom allein aus Biomasse abgedeckt werden. Die Technologie zur Erzeugung ist relativ ausgereift und wird ebenfalls staatlich gefördert.
Aufgrund der Abnahme des produzierten Stromes zu definierten Preisen ist die Anlage in Biomasse kalkulierbar und rentabel. Die Laufzeit der Fonds beträgt ca. 16 Jahre mit prognostizierten Renditen von um die zehn Prozent p.a. vor Steuern.
Schwierig zu kalkulieren ist die Einbringung der nachwachsenden Rohstoffe in die jeweiligen Anlagen. Die Preise schwankten in der letzten Zeit sehr stark. Somit ist eine Verknüpfung an die Landwirtschaft bei Biogas- und Biodieselfonds gegeben.
Geothermie ist ebenfalls eine unerschöpfliche Rohstoffquelle. Vorreiter bei der Nutzung dieser Energiequelle sind beispielsweise Island, Schweden und die Türkei.
Geothermie ist Erdwärme, die ständig zur Verfügung steht und aus dem Erdinnern kommt. Dabei gilt: je tiefer man in die Erde bohrt, je wärmer wird es. Die Temperatur in 1000 Meter Tiefe beträgt bereits ca. 35-40 Grad Celsius. Der Unterschied von Erdwärme zur Sonnen- und Windenergie liegt in der ständigen Verfügbarkeit.
Das EEG (Erneuerbare-Energie-Gesetz) garantiert auch hier ebenfalls beständige Einnahmen bei Einbringung von Strom aus geothermischen Kraftwerken. Die Einspeisevergütung garantiert 0,15 Euro pro Kilowattstunde über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die durchschnittlich geplanten Renditen von Geothermiefonds liegen ca. zehn Prozent vor Steuern.
Größter Knackpunkt liegt in der Regel in dem „Blind-Pool-Risiko“ – die Konzeption, Projektierung und die Errichtung des Geothermie-Kraftwerks erfolgt in der Regel erst mit zeitlichem Abstand. Die Realisierung der geplanten Fördermenge ist ebenfalls entscheidend für den Erfolg des jeweiligen Geothermiefonds.
Geothermiefonds sind ebenfalls langfristige Anlagen mit Laufzeiten von 12-20 Jahren, je nach Konstruktion der Fonds.
Marktüblich ist eine Vorsteuerrendite von sechs bis acht Prozent. Der Ertrag aus einer Beteiligung an Windkraftfonds setzt sich zusammen aus den negativen steuerlichen Ergebnissen in den Anfangsjahren, den steuerfreien Ausschüttungen und Entnahmen sowie aus dem Erlös aus dem Wiederverkauf der Anlage. Da es noch keinen geregelten Zweitmarkt gibt, ist ein vorzeitiger Ausstieg für den Anleger problematisch. Die Steuervorteile aus den Anfangsjahren der Investition sind nicht übertragbar.
Anleger von Windparkfonds sind aus steuerlicher Sicht Mitunternehmer, die Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb erzielen. Die in der Investitionsphase entstehenden Verluste können abgeschrieben, Gewinne müssen als Einnahmen aus einem Gewerbebetrieb versteuert werden.
Langfristige Wartungsaufträge, Versicherungen sowie einkalkulierte Rücklagen für Instandhaltungsmaßnahmen mindern Probleme, die sich während der Bauphase sowie aus der Wartungsintensität der Anlagen ergeben können. Anleger sollten des Weiteren darauf achten, dass vor einer Investition die erforderlichen Genehmigungen für den Bau – einschließlich dem Luftraum - erteilt wurden und die Stromeinspeisung gesichert ist.
Nach den investitionsstarken Jahren 2000 bis 2003 ließ die Euphorie der Privatanleger deutlich nach. Durch die im langjährigen Vergleich recht windschwachen Jahre konnten die prognostizierten Ausschüttungen aus den Beteiligungen aufgrund der geringeren Stromproduktion nur teilweise oder nicht gezahlt werden. Zwar sind durch das EEG die Preise für den eingespeisten Strom festgelegt, doch kann der erforderliche Wind zur Stromerzeugung nicht vorhergesehen werden. Eine ausführliche Standortanalyse der effizienten und wirtschaftlichen Nutzung geplanter Windkraftanlagen ist unerlässlich.
Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb einer Windenergieanlage ist eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 5,8 bis 6,0 Meter pro Sekunde auf Nabenhöhe. Zur Minimierung dieses Risikos sollten Anleger vor ihrer Investition mehrere Windgutachten zur betriebswirtschaftlichen Planung einholen.

